Saal-Digital Fotobuch Testbericht

Nachdem ich bei meinem Haus- und Hofbelichter SaalDigital auf die Fotobuch-Test Aktion aufmerksam geworden bin, habe ich mich natürlich gleich dafür gemeldet. Ich war ja bisher immer von deren Produkten begeistert. Nach einigen Emails hatte ich dann den Gutscheincode und habe mich ans Werk gemacht.
Zuerst habe ich aus meinem Bildbestand etliche Aufnahmen ausgesucht und in die gewüschnte Reihenfolge gebracht. Das geht ja wunderbar mit Lightroom, meiner Bilderverwaltung. Nach dem Export ging es dann ans Gestalten. Also mal eben die Saal-Design Software gestartet, Artikel ausgewählt (19x19cm) und dann das matte Papier ausgewählt. Dies ist natürlich Geschmackssache, es gibt auch noch glänzend. Ich persönlich mag das matte mehr, da ich es immer ohne störende Reflexionen ansehen kann. Egal, ich will hier jetzt nicht über glänzendes oder mattes Papier philosophieren.
Die Software an sich ist recht übersichtlich gestaltet, lediglich manchmal etwas umständlich zu bedienen. Sie basiert auf Adobe Air.
Zuerst zum Positiven: Die Software startet recht schnell, lädt beim Start von Saal die neusten Produkte und Preise runter und fragt dann, was man haben möchte. Dort kann man dann zwischen Fotobüchern, Postern, Bildern usw recht gut aussuchen und gelangt dann in die detailliertere Auswahl der einzelnen Gruppen. Ebenfalls positiv ist, dass man jederzeit weitere Seiten für das Fotobuch hinzufügen oder löschen kann. Auch der Speicherverbrauch ist erfreulicherweise sehr gering, aber das spielt in der heutigen Zeit meiner Meinung nach keine große Rolle mehr.
Das Gestalten geht ganz einfach per Drag&Drop auf die jeweiligen Seiten. Hierbei wird automatisch eine Bildbox mit dem gewählten Bild erstellt, welche sich anschließend noch frei verschieben und vergrößern lies. Mit vorgefertigten Layouts kann man auch die Anzahl und Platzierung der Bilder der Software überlassen. Ich hatte alle von 1 bis 55 nummeriert und wollte die Seiten automatisch mit je einem Bild befüllen lassen. Schön wärs, wenn das funktionieren würde. Plötzlich hatte ich seitenweise Miniaturansichten in Briefmarkengröße, oder auf doppelte Seitenbreite gezogene Bilder (Pseudo-Panorama), welche in „normalem“ Format vorlagen. Das darf doch wohl nicht wahr sein. Also nochmal von vorne angefangen. Dieses Mal hatte ich vorher auf jede Seite ein fertiges Layout von 2 Bildern gezogen. Mit dem automatischen Befüllen wurden jetzt auch tatsächlich die Bilder je Seite in der richtigen Reihenfolge (nach den Dateinamen) verteilt. Der nächste Schock stand dann aber wieder bevor, die Layouts sind nicht darauf ausgelegt, variable Formate zu erkennen und entsprechend anzupassen. So wurden sämtliche Bilder von Hoch- oder Querformat quadriert. Nicht schon wieder!!! Also nochmal von vorne. Diesmal habe ich zuerst sämtliche Seiten in der richtigen Reihenfolge mit entsprechenden Bildboxen formatiert, da ich mit verschiedenen Seitenverhältnissen arbeite (2:3, 1:1, 4:3). Danach funktionierte das automatische Befüllen gut, mit der Menge an Vorarbeit, die ich durch das Einrichten der Bildboxen aber da reingesteckt hatte, war das wohl das Mindeste was funktionieren sollte. Hier ist noch etwas Feinarbeit an dem Programm nötig:

  • Layouts müssen auf das ganze Buch anwendbar sein, nicht nur auf einzelne Seiten (hier klickt man sich die Finger wund bei vielen Seiten mit gleichem Layout)
  • Automatische Erkennung der einzelnen Seitenverhältnisse (4:3, 3:2, 1:1)
  • Layouts sollten flexibel auf Seitenverhältnisse reagieren, hiermit ist folgendes gemeint: Jede Doppelseite soll bspw. 2 Bilder enthalten, die jeweils mittig der Einzelseiten erscheinen sollen. Besitzen die Bilder unterschiedliche Seitenverhältnisse oder sind im Hoch- und Querformat gemischt, wird immer stur das vorgegebene Layout eingehalten, was sehr nervig ist. Ein Layout für diesen Fall, was sich automatisch anpasst wäre von Vorteil.
  • Bilder sollen beim manuellen Einfügen auf die größtmögliche Größe vergrößer werden (was für ein Satz!) die beim gegebenen Seitenverhältnis möglich ist (erspart viel Handarbeit!)
  • Bei den Doppelseiten sollte eine Pro-Seite-Ausrichtung möglich sein, ein „Zentrieren“ setzt das Bild mittig auf den Falz

Gut gelöst ist, dass man seine Projekte zwischendurch speichern kann. Allerdings lässt die Größe des „Projekt öffnen“-Buttons im Startfenster sehr zu wünschen übrig, ich habe mich fast dämlich gesucht, bis ich den im Startbildschirm im unteren Drittel gefunden habe…

Sehr nett wäre auch eine direkte Lightroom-Integration für die Buchbestellung, da viele Fotografen damit arbeiten. Möglich ist es ja, siehe Blurb.

Beim Bestellvorgang hielt mich die Software dann noch dazu an, die Seiten zu prüfen, da irgendwo noch eine leere Bildbox war und der Beschnitt nicht passte. Nach dem korrigieren oder ignorieren der Fehler ging die Bestellung dann noch schnell über den Komfort-Upload zu Saal und die Eingangsbestätigung lies nicht lange auf sich warten.

Kleiner Exkurs zum Beschnitt: Saal gibt für jede Seite einen roten Rahmen in der Software vor. Innerhalb dieses Rahmens wird wohl garantiert alles gedruckt, alles was über den Rahmen geht nicht. Hier handelt es sich wohl um produktionsbedingten Beschnitt der ca 3% ausmacht.

Wie man sieht ist die Software zwar nutzbar, aber noch lange nicht perfekt. Natürlich könnte ich die einzelnen Seiten vorher in Photoshop oder sonstwo selber erstellen und dann anschließend die fertigen Seiten einfügen, aber das ist ja nicht der Sinn der gegebenen Software… Ich bin schon gespannt, wann sich die vorgeschlagenen Änderungen in der Software wieder finden.

Der Auftrag ist am 29.4.2013 um 17:54Uhr bei Saal eingegangen, am 30.4.2013 um 14.04Uhr wurde das fertige Buch schon an DHL übergeben. Leider kam der 1. Mai dazwischen, sonst wäre der Bericht noch 1 Tag früher fertig geworden.
Die Qualität vom Fotobuch ist wie immer absolut überragend. Typisch Saal! Sehr schön ist die Leporellobindung, die es ermöglicht, Panoramabilder über 2 Seiten zu ziehen ohne dass der Falz störend wirkt. Sehr schön!
Die matten Bilder wirken sehr gut, Fingerabdrücke sind darauf nicht erkennbar. Dies ist leider nicht so beim matten Cover, das war sofort voll mit „Dapsern“. Eine Beschichtung oder Folie hätte hier Wunder bewirkt.

Fazit: Das Buch ist der Hammer, die Druckqualität und die Verarbeitung sind auf höchstem Niveau. Auffallend unauffällig ist der kleine Strichcode auf der letzten Seite und dem Backcover. Für das Buch gibt es 5 von 5 Sternen!
Die Software ist durchaus ok, allerdings hat sie ihre Eigenheiten und Tücken. Hier gibt es von mir nur 3,5 von 5 Sternen.

Uff, das war jetzt ein langer Text, trotzdem kann er nicht die Qualität des Fotobuchs beschreiben, das muss man selber in der Hand halten. Deswegen gibt es hier auch keine Bilder davon, die Details sind nicht sichtbar.

Ich freue mich schon auf mein nächstes Fotobuch von Saal. Und ihr?

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Dieser Eintrag wurde von photonenollie veröffentlicht.

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